Aktuelles
Die Welt hier hinten
24.11.2012 13:57 von Dirk Streitenfeld
Eröffnung:
Freitag, 30. November, 19.30 Uhr
Öffnungszeiten:
Ausstellungsdauer: 01. bis 22 Dezember 2012
Montag bis Freitag, 11 bis 13 Uhr,
Mittwoch und Freitag, 17 bis 20 Uhr,
Samstag, 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung
Die Welt hier hinten
Stefano Ricci zeigt mit seiner zweiten Ausstellung in unserer Galerie einen veränderten Blick auf die Welt. Anfangs standen Motive seiner Kindheit und Rückblicke auf die Zeit des Heranwachsenden im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens. So gab es den Hasen (sein zweites Ego), der die unterschiedlichsten Situationen durchlebte. Bären verirrten sich in menschliche Behausungen oder riskieren aus Liebe ihr Leben. Kleidungsstücke und Schuhe bewegten sich ohne menschlichen Körper durchs Bild, wie um die Gegenwart eines Abwesenden zu beschwören, fahrerlose Autos standen unterwegs, wie eingefroren.
In den letzten Jahren durchstreiften seine zumeist menschlichen Protagonisten die wie eingeschneit wirkenden Landschaften. Sie folgten der Spur der Eisenbahngleise vorbei an kargen baumbestandenen Hügellandschaften, wie auf der Suche nach einem Ton, der die Stille durchbrechen könnte.

Stefano Ricci lädt den Betrachter seiner Bilder und Filme ein, sich an seinen Erkundigungen zu beteiligen. Sein Suche gilt der Enträtselung von Ferne und Stille. Mit ästhetisch sparsamen Mitteln entwirft er seine Landschaften, um sie dann mit den Mitteln des Trickfilms um Ton und Handlung zu erweitern. In experimentell vertonten Szenen können wir schließlich hören, was sich aus dieser Stille entwickelt.
Holzschnitte von Takashi Ohno
13.09.2012 04:35 von Paul Streitenfeld
Eröffnung:
Freitag, 28. September, 19.30 Uhr
Öffnungszeiten:
Ausstellungsdauer: 29. September bis 20. Oktober 2012
Montag bis Freitag, 11 bis 13 Uhr,
Mittwoch und Freitag, 17 bis 20 Uhr,
Samstag, 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung
Holzschnitte von Takashi Ohno
Als Takashi OHNO 1981 im Alter von 30 Jahren zum ersten Mal Holzschnitte des bekannten Künstlers Yasunori TANINAKA (1897-1946) sah, verliebte er sich sofort in sie und entschied sich, die Holzschnittkunst zu erlernen. Nach einiger Zeit wurde er nicht nur einer der tiefsten Kenner von Taninaka, sondern auch seine eigenen Werke begannen Anerkennung zu gewinnen.
Als eines Tages OHNO’S Frau krank wurde, wollte er sie durch seine Kunst aufheitern. Da seine Werke im „Taninaka-Stil“, mit denen er oft auch politisch-satirische Themen aufgriff, dazu nicht geeignet waren, beschloss er, fröhlichere Bilder zu schnitzen. Er liebt Katzen, also begann er Katzen in allen möglichen Varianten und Situationen abzubilden: in tierischen, menschlichen und übermenschlichen.
Jedes Bild widmet er einer ganz bestimmten Person und versucht so das Gefühl wiederzugeben, das er im Zusammenhang mit dieser Person empfindet.
Mancher könnte meinen, dass seine neueren Werke etwas kommerziell geworden sind, aber er hat nur insoweit Recht, als dass viele Menschen sie kaufen - die Qualität bleibt trotzdem unbestritten. OHNO will ja auch möglichst viele Menschen erreichen, denn sonst hat für ihn seine Kunst wenig Sinn. Der Holzschnitt ist dazu gut geeignet, denn so kann er ein und dasselbe Bildmotiv unter vielen Menschen verbreiten. Dennoch ist jeder einzelne Druck immer einzigartig: das Ergebnis fällt heller, oder dunkler aus, ist etwas verschoben, ja sogar aus Druckfehlern entstehen oft sehr schöne Effekte.
(aus einem Text von Marcello Farabegoli)
„Seine Holzschnitte erscheinen meistens als Illustrationen aktueller Beiträge in der „Yomiuri Shimbun“, mit
14 Millionen Lesern die auflagenstärkste Tageszeitung der Welt. Für sie fertigt Ohno Bilder an, die zu den schönsten Illustrationen gehören, die man in japanischen Zeitungen finden kann - und auf denen meistens Katzen zu sehen sind. Es sind Holzschnitte, die immer auch philosophische, für Nichtjapaner kaum entschlüsselbare Rätselbilder sind und Kommentare auf das aktuelle Geschehen“.
Niklas Maak, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 06.02.2011
Trash Market
15.05.2012 14:05 von Dirk Streitenfeld
Eröffnung:
Freitag, 01. Juni, 19.30 Uhr
"Trash Market" ist das Thema der Ausstellung des italienisch-schweizerischen Künstlers ZanRé.
Dazu wird es eine Einführung von Regina Streitenfeld geben.
Öffnungszeiten:
Ausstellungsdauer: 2. Juni bis 23. Juni
Montag bis Freitag, 11 bis 13 Uhr,
Mittwoch und Freitag, 17 bis 20 Uhr,
Samstag, 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung
Trash Market
Tausenfach verbreitete Werbebotschaften der Supermärkte sorgen für ein schnelles Wiedererkennen und eine Stimmung von Vertrautheit. Diese so beförderte Kundenbindung schafft ein Gefühl fast familiärer Nähe. Solche Zusammenhänge ausnutzend, ist es die künstlerische Absicht ZanRés, im Windschatten dieser Werbemittel Kunst zu produzieren. Er malt auf papierne Einkaufstaschen, montiert darauf Gegenstände und collagiert. Dies ist eine seiner eingeübten künstlerischen Herangehensweisen. Um die trivialen Text- und Bildbotschaften herum baut er seine künstlerischen Ergänzungen bzw. Gegenentwürfe. Seine Kunst ist die des künstlerischen Kommentars.
Das Alltägliche ist eben nicht so unergiebig und wertlos, als dass der Künstler ihm nicht doch noch etwas Neues und Überraschendes abtrotzen könnte. Das englische Wort "trash" steht nicht ausschließlich für Abfall oder Müll. Kitsch oder Plunder könnte es ebenfalls bedeuten. Die internationale Kunstszene hat schon lange Gefallen gefunden an der Doppeldeutigkeit diese Wortes. "Trash-Market" steht für das große Angebot an Anregungen, ein "Markt der Möglichkeiten". Dies entspricht dem Gedankenansatz der Pop-und auch der Kitsch-Art, den Blick auf Alltägliches und Triviales zu lenken.
ZanRé steht in der Tradition dieser Kunstauffassung. Seine Arbeiten richten den Fokus auch auf die Frage hin, wofür Konsum eigentlich steht. Unterliegen wir einer Konsumslust, die ähnlich dem unbedingten Reflex zwanghaft abläuft? Sind wir tatsächlich die Kunden, die der Konsumwelt zu Füßen liegen? ZanRé gibt Antworten auf seine Art.